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Karl Grune: Ohne Akte (1923)

Vorbemerkung:
In der Stummfilmzeit wurde zumindest in Deutschland nach jeder Rolle – auch Akt genannt – eine Pause eingelegt, weil viele Kinos nur einen Projektor hatten. Das Licht ging an, die Musiker konnten sich etwas Ruhe gönnen, die Zuschauer blieben sitzen, der Projektionist wechselte die Rolle. Lupu Picks Scherben war möglichweise der erste Film, der ohne Pausen gezeigt wurde, hatte aber noch eine Akteinteilung. Karl Grune hatte Die Strasse von vornherein ohne Akteinteilung zur Vorführung ohne eine Pause konzipiert. Auch andere Filme wurden vereinzelt schon 1923 ohne Pause gezeigt. Ich vermute aber, dass sich die uns vertraute pausenlose Vorführung eines Films erst mit dem Tonfilm durchgesetzt hat.
Ein einziges Mal habe ich im Kino eine Vorführung eines Spielfilms mit Pausen erlebt; das war die deutsche Premiere von Steven Spielbergs Close Encounters of the Third Kind bei der Berlinale 1978. Die Pausen waren einem Missgeschick geschuldet, der zweite Projektor war ausgefallen. Und so richtig gefallen hat es niemand.

Karl Grune hat mir den Aufnahmen zu seinem Film Die Strasse begonnen, der im dekorativen Stil und im Aufbau einen neuen Weg geht und in der Zusammendrängung aller Geschehnisse sowie in der Einheit von Zeit und Raum den Versuch darstellt, das Filmdrama von erstarrten Formen zu lösen.

Der Aktschluss im Drama ist ein Kunstmittel, das sich jeweils mit der Technik des Theaters verändert. Das antike Drama kannte keine Aktschlüsse, weil die Form der Arena sie illusorisch machte. Auch die Bühne Molières und Shakespeares musste und konnte aus ihrer szenisch-technischen Gegebenheit auf den Aktschluss verzichten. Erst die Einführung des Vorhangs, der die Ökonomie des Dramas veränderte, machte eine deutliche Kennzeichnung dramatischer Zäsuren notwendig. Weiterlesen

The Singing Saw – Die singende Säge

From PUBLICITY DEPARTMENT, USO-CAMP SHOWS, 8 West 40th Street, New York City

New York, New York, April 11th, 1944
So you’ve never seen Marlene Dietrich play the musical saw? Well, you probably never will – – unless you’re in the army and overseas. The siren lady who owns the world’s most publicised legs also owns a carpenter’s practical tool and makes music with it; but only for servicemen to whom she is now playing at army camps in the Mediterrenean area under the auspices of USO-CAMP SHOWS through arrangement with the Hollywood Victory Commmittee. With her are comedian Danny Thomas, actor-singer Milton Frome, comedianne Lin Mayburry and pianist Jack Snyder.
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Dr. Eugen Tannenbaum: Sauberkeit (1923)

Kritisieren heißt scheiden. Nicht entscheiden. Das besorgt letzten Endes das Publikum. Sondern unterscheiden. Zwischen Kunst und Kitsch. Zwischen Echtem und Aufgebauschtem. Zwischen Kulturwert und Geschäftsmache. Kritisieren heißt anstacheln, vorwärts treiben, Sonderartigem seinen Platz anweisen, die künstlerische Berechtigung eines Films dartun, Probleme diskutieren und klären helfen
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Gegen den Geschäftsjournalismus (1923)

Richtlinien für die Filmkritik

Wir haben in diesen Spalten oft und entschieden gegen jene Verquickung von Geschäft und Kritik Stellung genommen, die sich leider noch immer in mancher unserer Zeitungen und Zeitschriften breitmacht, sogar solcher, die sich als Fachblätter ausgeben. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß solche Gepflogenheiten nicht mit einer anständigen Geschäftspraxis und noch viel weniger mit den elementarsten Begriffen journalistischen Anstandes vereinbar sind.
Wir glauben auch nicht, daß der Redakteur eines Fachblattes in enger geschäftlicher Beziehung mit einer Produktionsfirma stehen und für sie den Presseempfang einer Aufnahme managen dürfte, über die er gleichzeitig in seinem Fachblatt berichtet, nicht ohne dabei seine bei dieser ganz bestimmten Gelegenheit nicht gerade sehr zuvorkommend behandelten Kollegen von der Presse auf das Taktloseste anzugreifen. Weiterlesen

Berliner Filmkritiker 1923

Mitgliederverzeichnis des Verbandes Berliner Filmkritiker

Werner Bonwitt – Verlag Ullstein
Erna Büsing – Vorwärts
Peter Ejk – 8-Uhr-Abendblatt
Dr. Paul Fechter – Deutsche Allgenmeine Zeitung
Dr. Manfred Georg – Berliner Börsen-Courier
Fritz Götz – Vossische Zeitung
Walter Günther – Bildwart
Prof. Paul Hildebrand – Lehrfilm
Herbert Ihering – Berliner Börsen-Courier
Dr. Monty Jacobs – Vossische Zeitung
Egon Jacobsohn – Berliner Morgenpost
Maria Regina Jünemann – Germania
Ludwig Kapeller – Deutsche Allgemeine Zeitung
Fritz Löwe – 8-Uhr-Abendblatt
Paul Medina – Berliner Lokal-Anzeiger, Film-Echo
Wilhem Meyer – Deutsche Allgemeine Zeitung
Ernst von Pfeffer – Deutsche Allgemeine Zeitung
Günther Pacyna – Deutsche Tageszeitung
Conrad Schultz – Deutsche Tageszeitung
Dr. Eugen Tannenbaum – B.Z. am Mittag
Dr. Theile – Der Film
Erich Vogeler – Berliner Tageblatt
August Wolff – Die Zeit
Dr. Hans Wollenberg – Lichtbild-Bühne

In: Der Film, Nr. 2, 14. Januar 1923

Katholische Filmliga (1951)

In einer Denkschrift hatte der Jesuit Max Gritscheder zusammen mit dem Rottenburger Dompräbendar Eugen Semle im März 1950 die Gründung einer katholischen Filmbesucher-Organisation mit dem Namen „Filmliga“ vorgeschlagen. Sie sollte für eine stärkere Beachtung der katholischen Filmzeitschrift „Film-Dienst“ sorgen, eine konfessionell gebundene Filmverleihtätigkeit für Schmalfilme initiieren, Filmschulungen für Priester und Lehrer anbieten und Einkehrtage mit Filmthemen für alle Gläubigen in Leben rufen. Nach dem Skandal um Die Sünderin (1951; R: Willi Forst) wurde von der Kanzel für den Eintritt in die Organisation geworben. Mit Kollekten während des Gottesdienstes sollte sie finanziert werden. Alle Katholiken konnten ab dem Alter von 16 Jahren mit der Unterschrift unter ein „Versprechen“ in die Filmliga eintreten. Ein Verstoß gegen das Versprechen wurde nicht als Sünde gewertet.
Rund zwei Millionen Katholiken traten in die Filmliga ein, der „Film-Dienst“ konnte seine Auflage auf rund 15.000 Exemplare steigern. Aber schon nach wenigen Jahren erlahmte das Interesse an der Filmliga, 1955 wurden die monatlichen Zuschüsse durch die Kirchliche Hauptstelle gestrichen.
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Maurice Chevalier über Marlene (1959)

Marlene Dietrich und Maurice Chevalier in den Paramount Studios

Grußwort von Maurice Chevalier beim Auftritt von Marlene Dietrich im Theatre de l’Étoiile, Paris, am 28. November 1959

Mesdames,
Messieurs,
Voulez-vous me permettre, d’abord, de vous saluer et de vous assurer de ma joie d’être parmi vous.
Marlène n’a besoin d’être présentée nulle part au monde. Marlène est, depuis „L’Ange bleu“, devenue une légende dans notre profession et est fêtée comme telle dans quelque coin du monde où elle choisit de se produire.
J’ai eu la chance de faire partie, à Hollywood, du même studio, Paramount, lorsqu’elle arriva d’Allemagne pour son premier film américain, en 1930, en compagnie de son metteur en scène, le talentueux von Steinberg. .
Sa loge se trouvait à dix mètres de la mienne, dans la grande cour du studio, et sa venue fit sensation surtout parmi l’élément masculin.
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Lupu Pick: Dichter und Regisseur (1923)

Editorische Vorbemerkung:
Sperrungen im Original sind kursiv gesetzt. Auch die Filmtitel sind kursiv, im Original aber nicht gesperrt.

Der Dichter Norbert Jacques erhob hier einen Ruf nach der gemeinsamen Arbeit mit dem Fimregisseur. Spielleiter Lupu Pick antwortet ihm:

Lupu Pick

Nicht auf technische „Vervollkommnung“ kommt es an. Es ist – in diesem Zusammenhang – völlig unwichtig, ob noch die Farbenkinematographie – der stereoskopische Film – das perfekte Tonbild ohne Nebengeräusch – oder der Film ohne Perforationslöcher erfunden werden oder nicht. (Ich persönlich möchte beinahe wünschen, dass alles dieses vorläufig überhaupt nicht erfunden werde.)
Erfunden sollte werden, dass der Dichter jetzt endlich beginnen müsse, sich des Films zu bedienen; wie der Maler schließlich einmal begonnen hat, sich der doch auch erfundenen Farbmittel zu bedienen; wie der Musiker, der in der Welt vorhanden gewesenen Möglichkeit, auf das Ohr verschieden wirkende Geräusche zu erzeugen, sich einmal zu bedienen begann, und wie schließlich Moses seine Gesetzestafeln nicht hätte dichten können, wenn er sich nicht der damals offenbar vorhandenen Möglichkeit bedient hätte, durch An- oder vielmehr Untereinanderreihung von Schriftzeichen Gedanken und Sehnsüchte kundzutun.
Es ist doch damit nicht geholfen, zu klagen: Es gibt keine Filmdichter.
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Norbert Jacques: Regisseur und Dichter (1923)

Norbert Jacques

Noch ist der Film für den Menschen von Bildung und Geschmack ziemlich allgemein nicht mehr als eine Angelegenheit der Augen. Darüber täuschen die literarisch angemalten kommerziellen Machenschaften etwa in Berlin nicht. Wir sind noch erst mehr gepackt von dem noch Neuen seiner Technik als von seinem Inhalt, der Requisiten alten Guts in neues Gewand verhüllt vor uns aufstellt. Sie sind jetzt uns noch erträglich, weil die Wiedergabe neuartig ist, und die Empfänger der Seele, die Augen, sich noch nicht am Reiz ihrer ungewohnten Rolle abgenutzt haben.
Noch ist der Film zu sehr in Abhängigkeit vom Wert, mit dem er seinem Wesen nach nichts zu tun hat, und das für ihn keine andere Aufgabe zu erfüllen hat als für die Musik: Namengebung.
Auf dem Weg zu seiner eigensten Eigenart muss er sich immer mehr frei zu machen versuchen von dieser Eselsbrücke. Sonst wird er nie er selbst und Kunst werden können.
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Die beliebtesten Nachwuchsdarsteller 1952 – 1959

1952 begann die Zeitschrift „Der neue Film“ mit einer Umfrage unter Theaterbesitzern nach den beliebtesten bzw. umsatzstärksten Darsteller/innen. Der Herausgeber Horst G. Feldt erklärte dazu:
„Als deutliches Opfer einer nicht mehr intakten Wirtschaft steht der schaffende Mensch, wartet die nicht zum richtigen Einsatz gelangende Leistung am Rande der Hoffnung.
So tritt, in den lauten Klagerufen kaum mehr hörbar, eine Generation von Filmschaffenden aller Sparten von der Leinwand, die ihnen die Welt bedeutet, ab. Namen, die einst um die Erde gingen, halten bestenfalls noch die Fahne der Erinnerung hoch oder nutzen umgekehrt die Chance ihrer Routine und des langsam verebbenden Ruhms.
Es ist dies die Schicksalsfrage einer Generation, deren Ältere auf den Schlachtfeldern blieben und deren Jüngste in eine Zeit ohne Chance hineinwachsen. …
Wir wissen, dass sich dies alles erst entscheidend ändern kann, wenn die allgemeine Gesundung der wirtschaftlichen Grundlage vollzogen ist. Wir möchten aber nicht tatenlos zusehen, wie viele gute Leistungen und wie viel guter Wille an diesen Verhältnissen zu scheitern drohen. Wir möchten im Rahmen unserer Möglichkeiten vor allem etwas erwecken, ohne das kein Künstler zu leben und zu schaffen vermag: das Echo seiner Leistung!“
Horst G. Feldt: Dem Nachwuchs eine Chance. In: Der neue Film, 7. Januar 1952, Nr. 2

Die beliebtesten Nachwuchsdarsteller 1952
Die Umfrage bezieht sich auf die neu aufgeführten deutschen Filme des Jahres 1951.
Quelle: Der neue Film, 11. Februar 1952, Nr. 12 Weiterlesen

Aussage Marlene Dietrichs zum „Blauen Engel“ (1960)

Die Twentieth Century Fox produzierte 1959 unter der Regie von Edward Dmytryk ein Remake des Blauen Engel. Josef von Sternberg verklagte die Fox wegen Plagiat und Verletzung seines Urheberrechts.
Marlene Dietrich wurde am 15. März 1960 im United States District Court/ Southern District of California, Central Division durch zwei Anwälte Josef von Sternbergs (Mr. E. und Mr. B.) und einen Anwalt der Century Fox (Mr. C) vernommen. Das Protokoll der Anhörung wurde durch einen Notar beglaubigt.
Eine Kopie der Abschrift schickte Meri von Sternberg, die Witwe des Regisseurs, 1987 an Maria Riva.
Die hier publizierte Version enthält die komplette Anhörung ohne die Eingangsformalien und die Erklärung des Notars. Die Namensschreibungen wurden nicht korrigiert, die Namen der Anwälte sind nur durch ihren Anfangsbuchstaben gekennzeichnet.
Fotos wurden hinzugefügt; sie sind nicht im Originaldokument enthalten.
Das Original befindet sich in der Marlene Dietrich Collection Berlin – Deutsche Kinemathek.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Marlene Dietrich Collection GmbH. Weiterlesen

Wolfgang Fischer: Marlene Dietrich (1924)

Dies ist meines Wissens der erste größere Artrikel, der über Marlene Dietrich veröffentlicht wurde. Der „Riesenerfolg“ von Der Mensch am Wege war allerdings eine große Übertreibung. Der Film lief fast gar nicht in den Kinos und gilt heute als verschollen.
Sperrungen im Originaltext sind aufgehoben, stattdessen sind die Worte unterstrichen. Das Foto stammt aus der Zeitschrift.

Während das große Publikum die unbedeutenden, künstlich „gemachten“ Rias, Dias und Pias in- und auswendig kennt, gibt es auf der anderen Seite eine erhebliche Anzahl Weiterlesen

Hinweise für den Aufenthalt in Spanien 1956

München, den 21. November 1956

Betrifft: Film „Der Stern von Afrika“
Die Geschäftsführung der Neuen Emelka bittet alle Mitarbeiter während des Aufenthaltes in Spanien folgende Hinweise zu beachten:

1.) Der Film wird in Co-Produktion mit der Fa. Ariel-Film, Madrid, Avenue José Antonio 29, Telefon 22 55 91, als deutsch-spanische Gemeinschaftsproduktion hergestellt. Chef der Ariel-Film, ist Herr Miguel Herrero, dem als Produktionsleiter für den spanischen Filmteil Herr Manuel zur Verfügung steht. Für die gesamte Organisationsleitung des spanischen Teams fungiert Herr Juan Kopecky als Weiterlesen

Joe May: Der Regisseur als Organisator (1919)

Joe May

Etwas über Filmregie zu sagen, ist eine diffizile Sache, denn entweder tadelt man damit andere Regisseure oder es kommt darauf hinaus, dass man sich selbst lobt (was dasselbe ist). Denn jeder hält, wenn nicht schon seine Art, so doch seinen Weg für den einzig richtigen.

Thesen über Filmregie aufzustellen, halte ich für kaum möglich. Für mich ist Filmregie eine instinkthafte Sache. Man muss es in den Fingerspitzen haben. Jedes einem auch noch so grundlegend erscheinende Prinzip kann im nächsten Moment über den Haufen geworfen werden müssen, wenn man fühlt, dass es nötig ist. Das Gefühl ist alles.

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F.W. Murnau

Murnau in Bewegung

Es wäre Übertreibung, wollte man Murnau ohne weiteres zu unseren größten Filmregisseuren rechnen; dem großen Publikum ist sein Name heute noch kaum geläufig und ob er überhaupt jemals der gefeierte Liebling der Menge wird, bleibt abzuwarten. Aber die Fachwelt wurde von vorneherein auf ihn aufmerksam und nicht minder jener Teil des Publikums, der im Film Werte sucht. Es war ein Erlebnis, als er vor Jahr und Tag im „Gang durch die Nacht“ zeigte wie beseelt die Natur mit ihren fein nuancierten Stimmungen ist. Aufsehen erzeugte auch sein phantastischer „Nosferatu“-Film durch die

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Die erfolgreichsten Filme 1959/1960

Diese Liste erfasst die Filme, die zwischen dem 1. September 1959 und dem 31. August 1960 in den Kinos der Bundesrepublik die längsten Laufzeiten und die meisten Einsätze hatten. Untersucht wurden die Städte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart.
In: Filmblätter, Berlin, Nr. 52,/53, 25.12.1954



 1        Und ewig singen die Wälder. 1959. Regie: Paul May
 2        Bettgeflüster (Pillow Talk).  USA 1959. Regie: Michael Gordon
 3        Buddenbrooks Teil 1.1959. Regie: Alfred Weidenmann

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Register


FILME
Der blaue Engel. 1929/30. Regie: Josef von Sternberg
Die Barrings. 1955. Regie: Rolf Thiele
      Der Fluch einer Liebesheirat
Der Film im Film 1924. Regie: Friedrich Porges
      Friedrich Porges. Der Film im Film.
Die Nibelungen. 1922 -1924. Regie: Fritz Lang
      Christian Bouchholtz: Der Lindwurm exerziert
      Colin Roß: Unter Hunnen
      Die Bildfrequenz der Nibelungen
Herrin der Welt, Die. 1919. Regie: Joe May.
      Drehbericht
Heute heiratet mein Mann.
1956. Regie: Kurt Hoffmann
      Briefwechsel zwischen der Filmbewertungsstelle und Kurt Hoffmann
Letzte Mann, Der 1924; Regie: F. W. Murnau
     Großstadtbetrieb in Neubabelsberg (1924)
     [Der Bahnhof]
Liebe 47. 1949. Regie: Wolfgang Liebeneiner
     Wolfgang Liebeneiner: Locarno, Goebbels und die Wellensittiche (1949)
     Liebeneiner sprach in Hamburg (1949)
Marlene. 1983/84. Regie: Maximilian Schell
   Wen immer es betrifft (1983)
Moselfahrt mit Liebeskummer. (1953. R: Kurt Hoffmann)
    Für die Frauenseite
Napoleons kleiner Bruder (So sind die Männer).
1922. R: Georg Jacoby
    Aus den Memoiren von Georg Jacoby
    Fritz Maurischat: Lubitsch und Jacoby
    Marlene – gestern und heute (1932)
Rose Bernd. 1919. Regie: Alfred Halm
    Musikaufstellung
Scherben. 1921. Regie: Lupu Pick
Die Strasse.1923. Regie: Karl Grune
    Karl Grune: Ohne Akte
    Neue Bauprobleme im Film
Stern von Afrika. 1956/57. Regie: Alfred Weidenmann
     Hinweise für den Aufenthalt in Spanien (1956)

NAMEN
Gero Gandert (1929 – 2019)
Veit Harlan Provokation 1948 in Hamburg – Drei Briefe
Der künstlerische und der szenische Leiter.
Eine Unterhaltung mit Jacoby-Boy (1920)

Norbert Jacques: Regisseur und Dichter (1923)
Fritz Lang über Nibelungen und Metropolis (1925)
Joe May
F. W. Murnau
Wolf Neumeister: Dichter und Autoren
Lupu Pick: Dichter und Regisseur (1923)
Arthur Maria Rabenalt Interview
Arthur Robison
Gedenkblatt für Will Tremper

MARLENE DIETRICH
Wolfgang Fischer: Marlene Dietrich (1924)
Maurice Chevalier: Grußwort (1959)
Marlene Dietrich: Wie ich zum Film kam (1926)
Marlene Dietrich: Meine erste Liebe (1931)
Marlene von Marlene Dietrich (1931)
Marlene Dietrich: Wen immer es betrifft (1983)
Marlene Dietrich: Wie ich Hollywood sehe (1932)
Marlene und die „Winterhilfe“ (1933/34)
Marlene Dietrich: Aussage zum „Blauen Engel“ (1960)
Rudi Sieber an Marlene Dietrich: Dishonored und
Synchronarbeit in Joinville

Rudi Sieber an Marlene Dietrich über die
Berliner Premiere von Dishonored

The Singing Saw – Die singende Säge (1944)


Die erfolgreichsten Filme der Saison 1930/1931

1.250 Kinos stimmten ab; davon waren noch 180 Kinos reine Stummfilmkinos. Jedes Kino hatte fünf Stimmen. Die Tonfilmliste nennt 35 Titel, die 30 Stimmen oder mehr bekamen. Die Stummfilmliste nennt nur fünf Titel.

Das Ergebis wurde veröffentlicht im Film-Kurier, 23.05. 1931

Tonfilme
1        Die Drei von der Tankstelle. 1930. Regie: Wilhelm Thiele
 2        Drei Tage Mittelarrest. 1930. R: Carl Boese
 3        Das Flötenkonzert von Sanssouci. 1930. Regie: Gustav Ucicky
 4        Das Land des Lächelns. 1930. Regie: Max reichmann
 5        Die Privatsekretärin. 1931. Regie: Wilhelm Thiele
 6        Zwei Herzen im Dreivierteltakt. 1930. Regie: Géza von Bolváry
 7        Dreyfus. 1930. Regie: Richard Oswald
 8        Stürme über dem Montblanc. 1930. Regie: Arnold Fanck
 9        Westfront 1918. 1930. Regie: G.W. Pabst
10       Der blaue Engel. 1930. Regie: Josef von Sternberg
11       Atlantik. 1929. Regie: E.A. Dupont
12       Liebeswalzer. 1930. Regie: Wilhelm Thiele
13       Einbrecher. 1930. Regie: Hanns Schwarz
14       Das Lied ist aus. 1930. Regie: Géza von Bolváry
15       Die Lindenwirtin vom Rhein. 1930. Regie: Georg Jacoby
16       Der Greifer. 1930. Regie: Richard Eichberg
17       Ihre Hoheit befiehlt. 1931. Regie: Hanns Schwarz
18       Das lockende Ziel. 1930. Regie: Max Reichmann
19       Liebling der Götter. 1930. Regie: Hanns Schwarz
20       Ich glaub nie mehr an eine Frau. 1930. Regie: Max Reichmann

Stummfilme
1         Die Somme. 1930. Regie: Heinz Paul. Spiel- und Dokumentarfilm
2         Die weiße Hölle vom Piz Palü. 1929. Regie: Arnold Fanck, G. W. Pabst
3         Frau im Mond. 1929. Regie: Fritz Lang
4         Andreas Hofer. 1929. Regie: Hanns Prechtl
5         Pat und Patachon als Modekönige (Hojt paa en Kvist). Dänemark 1929. Regie:
             Lau Lauritzen

 

Die erfolgreichsten Filme der Saison 1929/30

An der Abstimmung beteiligten sich 1.138 Kinos. Zum zweiten Mal verlieh der „Film-Kurier“ Medaillen, dieses Mal für die erstplatzierten Filme. Wegen der Teilung der Umfrage in Stumm- und Tonfilme wurde auch die Ehrung geteilt. Eine goldene Medaille erhielt der Erstplatzierte jeder Liste. Eine silberne Medaille erhielten der zweit-, dritt- und viertplatzierte der Stummfilmliste und der zweitplatzierte der Tonfilmliste.
Quelle: Film-Kurier 31. Mai 1930, Sondernummer

Liste der Stummfilme
 1        Frau im Mond. 1929. Regie: Fritz Lang                                        
2        Die weiße Hölle vom Piz Palü. 1929. Regie: Arnold Fanck, G.W. Pabst 
 3        Verdun. (Verdun, visions d’histore) Frankreich 1928. Regie Léon Poirier  
 4        Die Arche Noah (Noah’s Ark). USA 1928. Regie: Michael Curtiz            
 5        Andreas Hofer. 1928. Regie: Hans Prechtl
 6        Die wunderbare Lüge der Nina Petrowna. 1929. Regie: Hans Schwarz 
 7        Pat und Patachon als Kannibalen.  (Hallo, Afrika Derude). Dänemark 1929. Regie: Lau
           Lauritzen   
8        Mutterliebe. 1929. Regie: Georg Jacoby                                                                    
9        Der Graf von Monte Christo. 1. Teil (Monte Christo). Frankreich 1929. Regie: Henry
           Fescourt                 
10       Das Schweigen im Walde. 1929. Regie: Wilhelm Dieterle                      
11       Wolga-Wolga. 1928. Regie: Viktor Tourjansky                   
12       Die fidele Herrenpartie. 1929. Regie: Rudolf Walther-Fein        
13       Wenn der weiße Flieder wieder blüht. 1929. Regie: Robert Wohlmuth 
14       Die Heilige und ihr Narr. 1928. Regie: Wilhelm Dieterle
15       Der weiße Teufel. 1930. Regie: Alexsandre Wolkoff                   
16       Pat und Patachon als Detektive (Kys, Klap og Kommers). Dänemark 1929. Regie: Lau
           Lauritzen 
17       Manolescu. 1929 Regie: Viktor Tourjanski          
18       Im Prater blüh’n wieder die Bäume. 1929. Regie: E. W. Emo                                                      
            Vier Teufel (The Four Devils) US 1928. Regie: F. W. Murnau
19       Der Zarewitsch. 1929. Regie: Jacob und Luise Fleck      
20       Submarine. USA 1926. Regie: Frank Capra
21       Der Patriot (The Patriot). USA 1928. Regie: Ernst Lubitsch     
            Witwenball. 1930. Regie: Georg Jacoby    
22       Mutter Krausens Fahrt ins Glück. 1929. Regie: Phil Jutzi
23       Der Kampf ums Matterhorn. 1928. Regie: Mario Bonnard, Nunzio Malasomma
            Der Krieg im Dunkel (The mysterious lady). US 1928. Regie: Fred Niblo
24       Sein bester Freund. 1929. Regie: Harry Piel
            Der Leutnant ihrer Majestät. 1929. Regie: Jacob Fleck, Luise Fleck
25       Männer ohne Beruf. 1929. R: Harry Piel
            Pat und Patachon im Raketenomnibus (Alf’s Carpet). Dänemark 1929. Regie: Lau Lauritzen

Liste der Tonfilme
 1        Atlantic. 1929. Regie: E.A. Dupont
 2        Liebeswalzer. 1930. Regie: Wilhelm Thiele
 3        Dich hab ich geliebt. 1929. Regie: Rudolf Walther-Fein
 4        Melodie des Herzens. 1929. Regie: Hanns Schwarz
 5        Der unsterbliche Lump. 1930. Regie: Gustav Ucicky, Joe May
 6        The Singing Fool. USA 1928. Regie: Lloyd Bacon
 7        Die Nacht gehört uns. 1929. Regie: Carl Fröhlich
 8        Ich glaub nie mehr an eine Frau. 1930. Regie: Max Reichmann
 9        Die letzte Kompagnie. 1930. Regie: Kurt Bernhardt

Die erfolgreichsten Filme der Saison 1931/32

Eine Umfrage des „Film-Kurier“ unter Theaterbesitzern
Veröffentlicht in Film-Kurier, 21. Mai 1932
Gefragt wurde auf Stimmkarten nach den fünf umsatzstärksten Filmen. Es beteiligten sich 1400 Filmtheater.

  1. Der  Kongreß tanzt.1931. Regie: Erik Charell
  2. Bomben auf Monte Carlo. 1931. Regie: Hanns Schwarz
  3. Reserve hat Ruh’. 1931. Regie: Max Obal
  4. Yorck. 1931. Regie: Gustav Ucicky
  5. Berge in Flammen. 1931. Regie: Karl Hartl, Luis Trenker
  6. Im Westen nichts Neues (All Quiet on the Western Front). USA 1930. Regie: Lewis               Milestone
  7. Viktoria und ihr Husar. 1931. Regie: Richard Oswald
  8. Der Schrecken der Garnison. 1931. Regie: Carl Boese
  9. Douaumont. 1931. Regie: Hainz Paul
  10. Der Draufgänger. 1931. Regie: Richard Eichberg
  11. Die Drei von der Tankstelle. 1930. Regie: Wilhelm Thiele
  12. Der Sieger. 1931/32. Regie: Hans Hinrich, Paul Martin
  13. Die Privatsekretärin. 1930/31. Regie: Wilhelm Thiele
  14. Die Mutter der Kompagnie. 1931. Regie: Franz Seitz
  15. Drei Tage Mittelarrest. 1930. Regie: Carl Boese
  16. Der weiße Rausch. 1930/31. Regie: Arnold Fanck
  17. Ronny. 1931. Regie: Reinhold Schünzel, Roger le Bon
  18. Der Stolz der 3. Kompagnie. 1931/32. Regie: Fred Sauer
    Die Fledermaus. 1931. Regie: Carl Lamac
  19. Grock. 1930/31. Regie: Carl Boese
  20. Das Land des Lächelns. 1930. Regie: Max Reichmann

 

Variationen der Geschwindigkeit

Dieser Text zur Vorführgeschwindigkeit von Stummfilmen ist in „Film und Fernsehen in Forschung und Lehre“, Berlin, Nummer 8, 1985 erschienen. Ich habe ihn nur unwesentlich verändert übernommen; die ursprünglich nummerierten Anmerkungen wurden unter dem jeweiligen Absatz zusammengefasst.

Die Vorführnorm von 24 B/sec ist an den Ton gebunden. Da es bei Stummfilmen keinen Ton gibt, existiert auch keine Vorführnorm. Allerdings kennen wir die Erfahrung, daß Bewegungen im Stummfilm bei 24 Bildern zappelig werden; weitgehend besteht auch eine Übereinkunft, daß Stummfilme mit 16 Bildern aufgenommen wurden. Weil im Tonfilm Aufnahme- und Vorführge- schwindigkeit in der Regel identisch sind, hat sich die Auffassung herausgebildet, daß dies auch beim Stummfilm der Fall ist. Ist es aber nicht.
Nicht die Aufnahmegeschwindigkeit, sondern der Ton ist der Urheber der Norm. Für die Vorführung von Stummfilmen hat sich bis 1930 eine Konvention entwickelt, und diese veränderte sich, wie jede andere Konvention auch. Stummfilme stur nur mit 16 B/sec vorzuführen ist also falsch, aber verbreitet. Eine erste These lautet: Stummfilme werden heute in der falschen Geschwindigkeit gezeigt.

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Schnelligkeit der Projektion

In: Der Film, Nr. 30, 30. Februar 1926
Anmerkung: In der ersten Hälfte des Beitrags wird von einer bestimmten Geschwindigkeit pro Minute gesprochen. Das ist falsch; es muß Geschwindigkeit pro Sekunde heißen.

Auf dem Pariser Kongreß hatte, wie kurz berichtet, Oskar Messter, der Altmeister der deutschen Kinematographie, den Antrag gestellt: „Um die künstlerische Wirkung des Films zu erhöhen, ist der Rhythmus der Projektion zu normalisieren.“ Die „Vereinigung Deutscher Filmfabrikanten“ übermittelt uns nunmehr die Begründung, welche ihr verdientes Ehrenmitglied diesem Antrage auf dem Pariser Kongreß gegeben hat und die uns interessant genug erscheint, um weiteren Kreisen vermittelt zu werden.
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Rose Bernd. 1919. Regie: Alfred Halm

Emil Jannings und Henny Porten in „Rose Bernd“

Musikbegleitung zum Henny-Porten-Film „Rose Bernd“
Zusammengestellt von Kapellmeister Dr. Bechstein

In: Der Film, Nr. 40, 5. Oktober 1919

I. AKT
VI. Symph. (Beethoven) I. Satz, bis der alte Bernd, allein in der Stube, die Bibel liest; hierbei Choral aus „Evangelimann“ (Kienzl) oder Musik ähnlich. Charakters. (Für diese zwei Musikstücke könnte man auch die Introduktion z. Oper „Dorf ohne Glocke“ von Künneke und „Et in terra pax“ aus derselben Oper spielen.) Wie Streckmann zum ersten Male erscheint, „Tiefland“ (d’Albert) Phantasie Nr. 10-16 evtl. wiederholt, bis der alte Bernd mit Keil die Bibel liest. Hierzu wieder Evangelimann bis Begräbnis, wobei der Trauermarsch aus d. Eroika (Beethoven) gespielt wird. Wie Flamm dann in die Stube kommnt, spiele man sehr leise und innig Griegs Lieder „Ich liebe dich“ und „Erotika“ bis Ende des Aktes oder das Finale des I. Aktes aus der Oper „Das Dorf ohne Glocke“, Seite 34-44 des Piano-Auszuges,

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Die Herrin der Welt. 1919. Regie: Joe May

Mia May in „Die Herrin der Welt“

Anonym: Mit der Stadtbahn um die Welt.
Die sagenhafte Stadt Ophir – Florenz in Weissensee
In: Der Film, 27. 9, 1919, Nr. 39

Wir haben es wirklich herrlich weit gebracht. Die Hamburg-Amerika-Linie, der Norddeutsche Lloyd, Zeppelin und Flugzeug sind wieder einmal übertrumpft. Mit der Stadtbahn fährt man in wenigen Stunden durch die ganze Welt. Man löst z. B. am Bahnhof Zoo um 9 Uhr eine Fahrkarte nach Erkner und ist bereits um ½ 11 Uhr in Afrika.

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Marlene Dietrich: Wie ich Hollywood sehe

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigun der Marlene Dietrich Collection GmbH

Hollywood 1933

Seit ich in dieser Stadt lebe und arbeite, ist kaum ein Tag vergangen, an dem man nicht die Frage an mich gerichtet hätte: „Was halten Sie von Hollywood?“ Meine Gegenfrage: „Welches Hollywood meinen Sie?“, stößt immer auf Verständnislosigkeit. Die Leute wissen nicht, was sie mit dieser Frage anfangen sollen.
Das Hollywood, zu dem ich Beziehungen habe, ist das arbeitende Hollywood. Das andere Hollywood begreife ich nicht und will es auch nicht begreifen.
Die Studios sind etwas Hinreißendes. Die Leichtigkeit, mit der große Dinge getan werden, ist immer wieder bewundernswert. Alles funktioniert wie am Schnürchen, es herrscht Disziplin wie in einer Armee. Aber trotz dieser Disziplin wird die künstlerische Tätigkeit nicht zur Routine. Denn Kunst ist ja der strikte Gegensatz von Methode und Drill.
Das arbeitende Hollywood ist vorbildlich. Aber die gesellschaftliche Struktur der Filmstadt bedrückt mich. Ich tadle mich, dass ich kritisiere, und ich versuche mir einzureden, dass es mein Fehler ist, wenn mir so viele Dinge nicht zusagen.
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