Archiv der Kategorie: Film in Berlin 1948 – 1956

Titelregister der IFA-Berichte

Bis auf drei Filme konnten alle Titel identifiziert werden.

1 x 1 der Ehe. 1949. R: Rudolf Jugert 12/49
3 x Komödie. 1949. R: Viktor Tourjansky   4/Sonder/49

Abenteuer in der Südsee (Son of Fury: The Story of Benjamin Blake) USA 1942. R: John Cromwell 6/49
Adieu Cherie. F 1946. R: Raymond Bernard 4/49
Affäre Blum. 948. R: Erich Engel Sonder 49
Alibi (L’Alibi). F 1937. R: Pierre Chenal 7/49
Andere,Die. 1949. R: Alfred E. Sistig 8/49
Anonyme Briefe. 1949. R: A.M. Rabenalt 3/49
Arabische Nächte (Arabian Nights). USA 1942. R: John Rawlins 12/49
Artistenblut. 1949. R: Wolfgang Wehrum 12/49
Arzt und Dämon. (Dr. Jekyll and Mr. Hyde). USA 1941. R: Victor Fleming 4/49

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Bericht der IFA-Filiale Berlin für Dezember 1949, erstellt am 8. Januar 1950

Film-Abschlüsse/ Film-Umsatz:
Der Umsatz hat sich im Dezember fast auf gleicher Höhe gehalten wie im Vormonat. Die Weihnachtswoche lag diesmal besonders ungünstig, darum war auch das Weihnachtsgeschäft nicht das, was zu einem großen Teil erwartet wurde.
Der Dezembermonat stand völlig im Zeichen des amerikanischen Films in Berlin. Genau 24 Interessenten-Vorstellungen fanden hintereinander statt mit 48 Filmen. Auch der Einsatz amerikanischer Filme war besonders stark.
Die MPEA hat versucht, mit allen Mitteln bis zum 31.12. noch ihre Filme abzustoßen, und es ist ihr wohl auch zum größten Teil gelungen. In einem Sonderbericht hatte ich bereits auf diesen umfangreichen Einsatz amerikanischer Filme hingewiesen.
Da die Situation der Firma noch nicht klar erkennbar ist und über das tatsächlich feststehende Programm eine Veröffentlichung auch nicht erfolgte. müssen wir auch im Januar mit einer gewissen Zurückhaltung arbeiten.

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Bericht der IFA-Filiale Berlin für August 1949, erstellt am 6. September 1949

Dieser Bericht ist nicht vollständig überliefert. Er bricht am 2. September 1949 ab. Nicht eruiert werden konnte der Originaltitel des Films „Der große Regen“, der in keiner Fachzeitschrift besprochen wurde.

Im August wurden einige Filme neu herausgebracht und damit eine stärkere Terminierung unserer Filme für die folgenden Monate erreicht. Das Wetter in Berlin lässt Kassenrekorde oder andere geschäftliche Höhepunkte nicht zu. Wir sind zufrieden, dass wir umsatzmäßig in Berlin hinter der MPEA und Schorcht rangieren und alle anderen Verleih-Unternehmen beträchtlich hinter uns zurückgeblieben sind. Die Kino-Theater zeigen durchschnittlich – ob Spitzenfilm, Durchschnitts- oder schwächerer Film – noch immer den gleichen Umsatzrückgang. Theater mit Ergebnissen von 50 % bilden durchaus die Spitze. Nur wenige amerikanische und deutsche Filme haben genügend Anziehungskraft, zum normalen Kinobesuch anzuregen.

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Bericht der IFA-Filiale Berlin für Juli 1949, erstellt am 9. August 1949

Der Monat Juli ist bei allen Verleih-Unternehmen in Berlin der bisher schlechteste gewesen. Wir haben in einigen Sonderschreiben an Sie zum Ausdruck gebracht,dass wir auch nichts gewonnen hätten, wenn die zugkräftigsten Filme unseres Programme uraufgeführt worden wären. Der außerordentliche Rückgang hängt zunächst noch immer mit dem Einkaufshunger der Bevölkerung zusammen, mit einem absoluten Geldmangel und nicht zuletzt mit dem herrlichen Wetter. Doch schon heute dürfen wir die Hoffnung haben, dass der Tiefstand überwunden ist. Dass wir im Juli keine Filme herausgebracht haben, werden Sie verstehen können, da die besten amerikanischen und deutschen Kassenschlager, die normalerweise als solche anzusprechen wären, nur unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt haben.
Mit der Vermietung der neuen Filme ist begonnen worden. Wir konnten Ihnen mitteilen, dass sämtliche Filme für die Uraufführungs-Theater vergeben sind, mit Ausnahme der hier noch nicht eingetroffenen Filme Flüchtig und Im Schatten einer Lüge. Eine Anzahl der Filme des Programms sind für Berlin nicht mehr neu. Die Filme Schweigen ist Gold, Die schöne Unbekannte, Die zünftige Bande, Zwei in Paris, Ritter der Nacht, Unter falschem Verdacht, Christiane, Die Frau am Kreuzweg, Der Weg zur Hölle und Alibi wurden teilweise unter anderem Titel bereits in der Zeit von 1945 bis 1948 in Originalfassung mit deutschen Untertiteln ausgewertet. Eine Auswertungsmöglichkeit besteht für alle diese Filme jedoch noch im britischen Sektor von Berlin und in einem großen Teil des amerikanischen Sektors. Für den französischen Sektor, jetzt insgesamt 34 Theater, scheiden diese Filme aus. So muss deshalb gebeten werden, bei Fertigstellung der deutschen Fassungen der Filme Der Doppelgänger, Der Doppeladler, Nicht schuldig, Herzklopfen diese sofort nach Berlin zu geben, damit sie noch vor Veröffentlichung des Sommerprogramms in Berlin ausgewertet werden können. Weiterlesen

Bericht der IFA-Filiale Berlin für Juni 1949, erstellt am 19. Juli 1949

Durch die Transportsperre sind Erschwerungen in unserer Disposition eingetreten, vor allem deshalb, weil einige sehr dringend erwartete deutschsprachige Kopien nicht eintrafen. Der Mangel an Kopien, der nun nach der Zusage der Generaldirektion behoben wird, hat einen großen Anteil am Umsatzrückgang gehabt, obwohl selbstverständlich Geldmangel, augenblickliche Zeitumstände und das Sommerwetter ein übriges dazu tun. Keinesfalls aber ist daran schuld das starke Angebot der anderen Verleihunternehmen. Die MPEA, die jetzt mit allen Mitteln versucht, alle verfügbaren Uraufführungstheater für sich zu beanspruchen, muss mit Erstaunen feststellen, dass ihr durch andere Verleihunternehmen der Weg erschwert wird. Es soll nicht verschwiegen werden, dass die neue Staffel der MPEA, von der gestern der Sensationsfilm Im Zeichen des Zorro anlief, außerordentlich starke Geschäfte verspricht. Weiterlesen

Sonderbericht der IFA-Filiale vom 1. Juni 1949

Die schwierige Situation in Berlin zwingt uns, diesen Sonderbericht für Sie abzufassen.

Nachdem wir am 12. Mai vor der erfreulichen Tatsache standen, dass viele große Schwierigkeiten behoben zu sein schienen, trat schon in der zweiten Woche eine Verschlechterung der politischen Verhältnisse ein, die dann zum Eisenbahnerstreik geführt hat. Die S-Bahn von Berlin, das wichtigste Verkehrsmittel innerhalb unserer Stadt, steht still. Stellen Sie sich vor, dass z.B. von Frohnau niemand mit der S-Bahn in das Stadtinnere gelangen kann, oder vom südlichen Zipfel (Südende) nach Lichtenberg, oder von Wannsee nach Neukölln. Dieser Streik, der zwar allgemein als unbedingt notwendig erachtet schien, schädigt unsere Geschäftsinteressen in einem unvorstellbaren Maße.
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Bericht der IFA-Filiale Berlin für April 1949, erstellt am 16. Mai 1949

I. Film-Abschlüsse
Wir haben gewisse Schwierigkeiten, Filme in den Erst- und Zweitaufführungstheatern zu placieren, da alle Kunden den Maßstab des Films, den sie zu spielen wünschen, an die deutsche Fassung der Filme anlegen. Von den in letzter Zeit angelaufenen Filmen Der Doppeladler, Capitaine Fracasse gibt es z.B. solche nicht d.h. noch nicht und von Halsband der Königin ist die technische Wiedergabe durchaus als gelungen zu bezeichnen, das Kopienmaterial jedoch wirkt verschleiert und unklar. Sofern die Berliner Verhältnisse sich wieder den normalen nähern, müssen wir auch unbedingt von jedem der angelaufenen Filme sofort zwei bis drei Kopien zur Verfügung haben. Diese Tatsache wird jedoch auch der Generaldirektion durch Erfahrungen in anderen großen Städten Deutschlands hinreichend bekannt sein. An die Synchronisation französischer Filme muss aber – und das habe ich in einigen gesonderten Schreiben zum Ausdruck gebracht – der strengste Maßstab angelegt werden. Von den in München synchronisierten Filmen ist man bei keinem der Verleih-Unternehmen, so auch der amerikanischen und englischen Filme, zufrieden gewesen. Es gibt einige Fachleute, die in dieser Hinsicht Behauptungen aufstellen, die nahezu unglaubhaft sind. Sie lassen sich jedoch in einem Brief, vor allen Dingen ohne Angabe des Quellenmaterials, nicht niederlegen. Weiterlesen

Bericht der IFA-Filiale Berlin für März 1949, erstellt am 15. April 1949

Monatsbericht März 1949
Der Umsatz im Berichtsmonat für die französischen Filme ist nur um 11.000,– geringer als im Monat Februar, wobei die dritte Währungsreform den entscheidenden Anteil am Rückgang hat.

Zur Zeit befinden sich eine größere Anzahl schwacher Filme im Einsatz. Die stärkeren Publikumsfilme sind in den wichtigen Erst- und Zweitaufführungs-Theatern bereits eingesetzt gewesen. Es bleibt dabei erstaunenswert, dass Der Graf von Monte Christo, der in Berlin allein von 150 vorhandenen Filmtheatern in den 3 Westsektoren in 138 Theatern gespielt wurde, in der Zeit vom 1.1.1949 bis 31.3.1949 die hervorragende Besucherzahl von 272.910 erzielte. Auch Martin Roumagnac und Der unbekannte Sänger erweisen sich als weiterhin publikumsstark. Narcisse und Unter falschem Verdacht erscheinen nun in den kleineren Theatern. Beide Filme werden 100 Abspielungen bei 150 Theatern in Berlin, die zur Verfügung stehen, erreichen. Das sind Zahlen, die normalerweise nur für die allergrößten Revue- und Sensationsfilme in den Vorkriegszeiten und bisher aufzuweisen sind. Auch die Ergebnisse mit den Filmen Adieu Chérie, Carmen, Der Doppelgänger, Engel der Nacht, Die grosse Illusion, Die Lüge der Nina Petrovna, Narcisse, Unter falschen Verdacht sind durchaus erfreulich, wobei zu bemerken ist, dass Der Doppelgänger und Die grosse Illusion bisher nur in der Originalfassung vorliegen.

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Bericht der Ifa-Filiale Berlin für die Zeit vom 1.1. bis 31.8. 1948

26. August 1948

Die Ifa-Filiale Berlin hat ihre Position in Bezug auf das deutsche Wirtschaftsleben und in kultureller Hinsicht gegenüber dem Jahre 1947 noch vergrößern können. Der Name IFA ist für jeden Berliner, auch der anderen Sektoren, zu einem festen Begriff geworden. Er verbürgt vor allen Dingen eine hervorragende Kundenbedienung, Anerkennung bei den Theaterbesitzern im allgemeinen und genießt großes Ansehen bei Personen, die innerhalb der deutschen Filmwirtschaft, des Theaterlebens eine Rolle spielen. Die Verleihleitung der Ifa Berlin war von jeher bereit, keine Mühe zu scheuen, um selbständig, möglichst ohne Unterstützung der Militär-Regierung, Schwierigkeiten zu beheben. Ende des Jahres 1947 konnten Beobachter die Feststellung treffen, dass das Wirtschaftsleben sich in Berlin im Aufstieg befand. Ein Stillstand trat ein, als die erste Krise der Alliierten sich für die Deutschen spürbar machte. Trotzdem ist keinerlei Rückgang in der Entwicklung der Ifa in finanzieller Hinsicht und auch in anderer Beziehung eingetreten. Die Besucherziffern für die Filme der Ifa sind: Weiterlesen