Februar 1953 (2/53)

I/II. Film-Abschlüsse/Film-Umsatz:
Dank des überragenden Geschäftsfilms Don Camillo und Peppone konnten wir für Berliner Begriffe einen Spitzenumsatz erzielen. Auch im März werden die Einnahmen sehr erfreulich sein. Obwohl Illusion in Moll kein absoluter Kassenschlager ist, bewegen sich die Ergebnisse in fast allen Theatern über dem Durchschnitt.

Premieren im Berichtsmonat:
a) Eigene Filme: keine

b) Filme der Konkurrenz
2.2.  Super: Verbotene Strasse. (Victimas des Pecado). Mexiko 1950. R: Emilio Fernández. FILMTHEATER BERLIN.
Ein südamerikanischer Film, der teilweise sehr gute Kritiken erhielt, geschäftlich aber nicht die Schaumannsarbeit, die sehr auf des Körperliche abgestellt wurde, erfüllte.
4.2. Rank: Schmuggler-Prinzessin (Penny princess. UK 1952. R: Val Guest) STUDIO.
Dieser Film hat nachweisbar in England einen großen Erfolg gehabt. Derartige Dialog-Lustspiele aber haben keine Chance mehr in Deutschland. Weshalb man sie noch einführt, bleibt unverständlich.
6.2. Constantin Opfer der Unterwelt (D.O.A. USA 1949. R: Rudolph Mate). Massenstart.
Erwähnen wir lediglich den Titel
6.2. MGM Der Fischer von Louisiana (The Toast of New Orleans. USA 1950. R: Norman Taurog) DELPHI-PALAST.
Ein Film mit guten Kritiken. In dem großen Haus völlig deplatziert, miserables Geschäft.
6.2. Warner Bros. Sein letztes Kommando (They died with their boots on. USA 1941; R: Raoul Walsh). Massenstart.
Einer der üblichen sentimentalen, rauhbeinigen amerikanischen Heroen-Filme. Errol Flynn hat noch immer seine Freunde, das bewies das Geschäft.
6.2. MGM Colorado (USA 1951. R: William A. Wellman) CAPITOL.
Farbe und Inhalt überragen den allgemeinen Durchschnitt der amerikanischen Invasion in Deutschland, aber selbst Starnamen wie Clark Gable schaffen es nicht mehr. Dass derartige Filme in großer Kopienanzahl trotzdem noch vielen Durchschnittsfilmen den Weg versperren, ist ja klar.
9.2. Warner Bros. Hemmungslose Liebe. (Posessed. USA 1947. R: Curtis Bernhardt). Massenstart.
Der Film lag bereits zwei Jahre auf Eis, um nun in einem Massenstart drei Tage zu verbluten.
10.2. Constantin Amazonen des Urwalds (Prehistoric Women. USA 1951. R: Gregg G. Tallas) Massenstart.
In 3 Tagen weiß kein Mensch mehr, dass es einen solchen Film gegeben hat. Das sagt alles.
10.2. Pallas Wir alle sind Mörder (Nous sommes tous les assassins. F 1952. R: André Cayatte) ASTOR.
Problematischer, großartiger, sehr realistischer Film von André Cayatte, der entweder geschäftlich ganz gross ankommen könnte, oder infolge seiner Härte abschreckt. Die Presse für den Film war, wie nicht anders zu erwarten, hervorragend. Das Geschäft ist es nicht. Der Film liegt etwas über Durchschnitt und dürfte damit die Erwartungen, die man auf ihn setzt, nicht erfüllen.
10.2. Columbia Paula (USA 1952. R: Rudolph Mate)   STUDIO.
Sehr guter Frauenfilm, geschäftlich völlig daneben gegangen.
11.2. Centfox Froschmänner (The Frogmen. USA 1951. R: Lloyd Bacon) Massenstart.
Große Klasse, technisch brillant, aber ein ausgesprochener Männerfilm, so dass ihm ein Breitenerfolg versagt bleibt.
12.2. Paramount Carrie (USA 1952. R: William Wyler) FILMTHEATER BERLIN.
Berühmter und mit vielen Vorschusslorbeeren versehener Film, wieder wegen der Fülle des Angebots in einem unzulänglichen Theater platziert, so dass auch dieser Film in der Masse versandete.
13.2. Unitas Der Herrgottsschnitzer von Ammergau (BRD 1952. R: Harald Reinl) STERN.
In einem Bezirkserstaufführungs-Theater uraufgeführt, stellt die Aufführung allein ein Novum dar. Der Film hat keine Aussichten, obwohl er wahrscheinlich in Bayern Kassenrekorde erzielen wird.
13.2. Union Donnerwetter – Fridolin.  [Umtitelung. Ursprünglicher Titel: Oh du lieber Fridolin. BRD 1952.R: Pater Hamel)
Massenstart. Ohne Bedeutung.
13.2. Cebe Tatjana (Knight without Armour. UK 1937. R: Jacques Feyder) Massenstart.
Wenigstens 18 Jahre alter Film. Wozu das eigentlich? Schade um den Namen Marlene Dietrich – und Jacques Feyder.
13.2. Neuer Filmverleih Das weiße Abenteuer (BRD 1952. R: Arthur Maria Rabenalt) Massenstart.
Das ist einer von den National-Resten, der hier, ohne Bedeutung zu erlangen, anlief.
13.2. MGM Zu jung zum Küssen (Too Young to Kiss. US 1951. R: Robert Z. Leonard) FILM-BÜHNE WIEN.
Ein guter amerikanischer Unterhaltungsfilm, dem bei der heutigen Marktlage kein Erfolg in Deutschland beschieden sein kann. Presse freundlich, Geschäft unwichtig.
14.2. MGM Drei auf Abenteuer (Soldiers Three. USA 1951. R: Tay Garnett) STUDIO.
Die MGM scheint im Augenblick Prämien für die Einsätze zu verleihen. Man merkt eine fast panikartige Aktivität. Die Folge ist, dass die Filme untergehen.
16.2. Europa Der träumende Mund (BRD 1952. R: Josef von Baky) MARMORHAUS.
Ein Lichtblick! Ein deutscher Film – fast ohne Makel. Bemerkenswert: Ist es überhaupt ein deutscher Film? Regisseur Josef v. Baky (Ungarn), Maria Schell (Schweiz), O.W.Fischer (Österreich), Frits van Dongen (Holland). Der Film hat außer einigen Längen am Anfang große schauspielerische Höhepunkte und verdient einen großen Erfolg. Zur Premiere kam aus London eigens Maria Schell – und das ist nachweisbar, denn sie filmt in England unter Compton Bennett. Es war ein sehr starker Premierenerfolg
18.2. Gloria-Film Alraune (BRD 1952. R: Arthur Maria Rabenalt) GLORIA-PALAST.
Auf Grund der persönlichen Anwesenheit von Frau Hildegard Knef und der starken propagandistischen Yorbereitung der Premiere ergab dieser Film den in Berlin erwarteten Anfangserfolg. Die täglichen Artikel um Frau Knef, die hier gemeinsam mit James Mason unter dem englischen Weltklasse-Regisseur Carol Reed dreht, taten ein Übriges. (Ich bin auch davon überzeugt, dass Frau Knefs Hiersein sich noch günstig auf den Besuch unseres Films auswirkte). Die Presse für Alraune war teils durchschnittlich, teils schlecht.
19.2. Columbia Der Brigant (The Brigand. USA 1952. R: Phil Karlson) Constantin Gefahren der Liebe (Moete met Livet. Schweden 1951. R: Gösta Werner) , Jugendfilm Das Wunder von Fatima (La senora di Fatima. Spanien 1951. R: Rafael Gill).
Über diese Filme ist nichts Positives zu berichten. Das gleiche gilt für die am 20.2. angelaufenen Filme
Columbia Aufgelesen (Pick-Up. USA 1951. R: Hugo Haas) , Paramount Spione, Liebe und die Feuerwehr (My Favourite Spy. USA 1951.R: Norman Z. Mcleod).
23.2. Schorcht Ich tanze mit Dir in den Himmel hinein (AU 1952. R: Ernst Marischka) DELPHI-PALAST AM ZOO.
Freundliche Presse und sehr gute Aufnahme dieses Kassenschlagers. Gutes Geschäft in den Bezirken zu erwarten. Das kann nicht erwartet werden von dem am gleichen Tage angelaufenen Film der Universal Die Diebe von Marschan (The Prince who was a Thief. USA 1951. R: Rudolph Mate) Massenstart.
24.2. Uraufführung für Deutschland eines Weltklassefilms, dem leider ein geschäftlicher Erfolg nicht beschieden sein wird:
Tod eines Handlungsreisenden (Death of a Salesman. USA 1951. R: Laslo Benedek) Columbia-Film, im STUDIO. Das ist so ziemlich das Unerträglichste, was jemals auf die Leinwand gekommen ist. Dieser Mut zum Realismus ist nicht einmal vom italienischen Film aufgebracht worden. Der Film hat keine Geschäftschancen, mit Ausnahme der wenigen Theater in Deutschland, die sog. Schaufenster-Theater sind. Im STUDIO, Berlin, läuft er jetzt in der 3. Woche mit besten Ergebnissen.
Wenn möglich, den Film bitte ansehen!
26.2. MGM Stärker als Ketten (Carbine Williams. USA 1952 R: Richard Thorpe) FILMTHEATER BERLIN.
Handwerklich sehr sauber genachter Wildwester, der vielleicht sogar über dem Durchschnitt ankommen wird.
27.2. MGM Die Venus verliebt sich (Duchess of Idaho. USA 1950. R: Robert Z. Leonard) CAPITOL.
Zwar nur ein Aufguss der Badenden Venus (Bathing Beauty. USA 1944. R: George Sidney) und Neptuns Tochter (Neptun’s daughter. USA 1949. R: Edward Buzzell), aber immer noch reizvoll genug.
Gutes Geschäft zu erwarten, freundliche Presse.
27.2. Schorcht Der Tag vor der Hochzeit (BRD 1953. R: Rolf Thiele) FILMBÜHNE WIEN.
Freundliche Presse, aber kein bemerkenswerter Erfolg.
27.2. Massenstarts Paramount Der weisse Sohn der Sioux (The savage. USA 1952. R: George Marshall),
Constantin Die Herrin von Atlantis. (Siren of Atlantis. USA 1948. R: Gregg G. Talias), über die man zur Tagesordnung übergehen kann.